Wenn man das "Sound System" als die elektrische Gitarre der Techno-Musik bezeichnen würde, ist eines deutlich: Nämlich dass die Dub Pistols die Stratocaster auf den Kopf gestellt und angesteckt haben...
Die Band aus dem UK, die mit ihrem Namen gleichzeitig und stolz auf die Punk-Band aller Zeiten verweist, ist angetreten, um mit ihrer neuen Musik scheinbar mühelos Genre-Grenzen zu überschreiten und zu sprengen; Dance-Beats, Drum'n'Bass, Break-Beats oder jeden anderen nur denkbaren Beat miteinander zu verschmelzen. "Six Million Ways To Live", so der Titel des brandneuen Albums, vereint so viele unterschiedliche musikalische Zusammenhänge, Stilistiken und Traditionen, dass ein etwaiges Unterfangen, für den Dub Pistols-Sound eine "Schublade" zu finden, laut Bandleader Barry Ashworth sich als "totally missing the bleedin' point" erweist.
Mit ihrem zweiten Longplayer (nach dem großartigen '98er "Point Blank") zeigen die Dub Pistols eine dynamische Zusammenstellung wundervoll-strukturierter Songs, die allesamt unterschiedliche musikalische Ideen repräsentieren, die trotzdem auf beinah wundersame Weise miteinander verbunden sind und eine Einheit herstellen. Dabei gibt es hier jedoch keine schnell ineinandergemischten Dancefloor-Jams, sondern kreative Songstrukturen, die die Basis für legen für Tracks, die mal Ska-mäßig daherkommen, um dann wieder im HipHop-, Fusion-Jazz-, Slow-Reggae-, Soul- oder Punk-Gewand zu swingen. "Auf dem letzten Album haben wir eine Folge von Tracks gemacht, die wirklich für den Dancefloor bestimmt waren", erklärt Ashworth. "Auf 'Six Million Ways To Live" haben wir versucht, die Grenzen weiter zu stecken. Wir wollten neue, unerforschte Wege beschreiten, mit ungewohnten musikalischen Ideen arbeiten, einfach so kreativ sein wie möglich und mit viel Spaß neue Konzepte ausprobieren. Dazu benutzten wir dieses Mal auch stärker als bisher Bläser, gaben dem Ganzen mehr Melodie, unterschiedlichste Samples und Geschwindigkeiten."
Einen großen Teil des Dub Pistols-Gesamtkonzepts nimmt die Tatsache ein, dass die Band immer wieder versucht, mit anderen, experimentierfreudigen Musikern zusammenzuarbeiten - jung oder alt, bekannt oder neu. Und so sind auf dem neuen Album "Six Million Ways To Live" Rapper wie Planet Asia und Sight Beyond Light mit von der Partie, ebenso wie der Langzeitgefährte T.K. Lawrence, die alle zusammen ihre Können, ihre tollen Vocals und die textlichen Weisheiten dem komplexen Dub Pistols-Material beisteuern. Nicht minder präsent sind die Veteranen der Szene wie Terry Hall von The Specials und Horace Andy von Massive Attack, die starke Ska-Gefühle entstehen lassen, den alten Sound neu Beleben und so die nächste Welle der zeitgemäßen Ska-Invasion anheizen.

"Wenn du in einer Band spielst und immer mit den gleichen vier/fünf Leuten zusammenarbeitest, erschöpft dich das verhältnismäßig schnell", sagt Ashworth. "Wir lieben es, mit anderen Künstlern zusammenzuarbeiten, die neue Ideen und andere Sichtweisen einbringen, andere Gefühle, andere Beats. Beispielsweise mit Terry Hall und Horace Andy gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen - das war einfach unglaublich. Auf andere Weise, aber mindestens ebenso eindrucksvoll war es mit den neuen Jungs von Sight Beyond Light, sie sind schlichtweg unglaublich! Oder aber Planet Asia, der Bursche ist völlig durchgeknallt. Wenn man sich die Musik dieser Musiker einzeln anhört, hört man etwas, dass sich völlig von unserer Musik unterscheidet. Aber wenn man das, was die machen, mit unserem Material kombiniert, entsteht aus diesem Prozess etwas ganz neues, anderes."
Abgesehen von der schier nicht-enden-wollenden Vielfalt und dem kaum in Worte zu fassenden Ideenreichtum, beschreiten die Dub Pistols mit Tunes wie etwa "Soldiers", "Big World" oder "Official Chemical" Grenzbereiche mit rasiermesserscharfen Lyrics, die ebenso das Leben im neuen Millennium erforschen und beschreiben wie sie überraschend offen und ehrlich persönliche Erfahrungen wie Frustration, Lust, Gier, Glaube, Verzweiflung und Hoffnung wiedergeben. Das Resultat dieser einzelnen Elemente ist ein komplexer musikalischer Ausbruch, der sein zu Hause schon in der House/Dance-Szene Mixe findet, aber ebenso überzeugend ist, wenn man sich mehr auf die Texte konzentriert und sich den Inhalten widmet. "Wenn die Musik tiefergehende Themen beleuchtet, bringt es die Leute dazu, genauer hinzuhören, und das gibt der Musik eine zusätzliche Kraft", erklärt Ashworth. "Die Songs sind das Ergebnis aller Dinge, die wir bisher erlebt haben, die Musik ist das Resultat unseres eigenen Werdeganges."
Ashworth' Werdegang ist parallel mit der Entwicklung der Techno- und elektronischen Musik zu sehen. Als langjähriger, fester Bestandteil der Rave- und Dance-Szene im UK, begann er wilde "hier-geht-alles" Clubnächte unter so abgefahrenen Namen wie beispielsweise "Naked Lunch" oder "Eat The Worm" schon damals, 1987, kurz vor der UK-Explosion der abgedrehten Raves der späten '80er. Ashworth verschrieb sich dann dem DJing und gründete zur gleichen Zeit die Indie-Band Déja Vu. Über die Jahre hinweg, bevor die Dub Pistols gegründet wurden, erlebte er den Aufstieg und Fall verschiedenster Stilrichtungen wie Trance, Dance-Fusion, HipHop und allen Dingen dazwischen. "Das alles begann damit, dass sich auf Partys ein paar Leute blicken ließen, die ein/zwei XTC-Pillen eingeworfen haben und sich den Hintern abtanzten", erinnert er sich. "Die grundsätzliche Idee stammt eigentlich schon aus den alten 'Studio One'-Tagen, wo man zusammenmixen konnte, was man wollte. Mir hat es nie etwas gesagt, diese oder jene Musik zu machen. Für mich war es immer nur wichtig, Sachen zusammenzubringen, die gemeinsam Sinn machten, egal was es war."
Ashworth und seine Bandkumpane Jason O'Bryan und Malcom Wax taten sich 1996 zusammen und veröffentlichten in kurzer Zeit mehrere herausragende EPs - wie beispielsweise "There's Gonna Be A Riot", "West Way" oder "Best Got Better". So legte die Band das Fundament für das, was dann kommen sollte - das ebenso grandiose wie rauhe und frische Album "Point Blank". Das Album explodierte förmlich auf dem UK-Dance-Markt, lieferte so eine langerwartete Abwechslung zu den schon fast als langweilig zu bezeichnenden, immer gleichen Beats, die bis zu diesem Zeitpunkt die Tanzszene dominiert hatten.

"Im Bereich der elektronischen Musik oder im Techno oder wie immer man es nennen möchte, wechseln sich die verschiedenen Elemente ab, fallen raus, werden wieder hinzugenommen, schließen sich erneut zusammen und verschmelzen zu neuen Ergebnissen. Wenn die Dinge beginnen, immer gleich zu klingen, kann man sich definitiv sicher sein, dass jemand mit einer ganz neuen Idee um die Ecke kommt", sagt Ashworth. "Und genau dort würden wir uns auch einordnen wollen - immer auf der Suche nach einem Weg heraus aus den Zwängen festgefahrener Strukturen."
Eine dieser traditionellen Begrenzungen, aus denen Ashworth und seine Mitstreiter ausbrechen wollen, ist die kontinentale Trennung, die es fast unmöglich machte, das Dance/Rave-Segment mit dem amerikanischen Mainstream zu verquicken. Und obwohl, wie Ashworth betont, die Dancefloors der USA die Plattform für seine musikalischen Erfahrungen lieferten, war der immense Erfolg, den diese Art von Musik im UK und in Europa hatte aus amerikanischer Sicht kaum nachvollziehbar. "Wir haben vor, uns etwas auf die USA zu konzentrieren und dort auch zu touren, weiterhin sind einige Festivals im UK geplant", fügt er an. "Und ich denke, dass früher oder später der Funke auch in den USA überspringen wird und diese Musik dort ein großer Erfolg werden wird. Wir werden sehen. Was auch immer passiert - wir sind bereit, loszulegen und den Leuten, die auf unsere Konzerte kommen, das zu geben, was sie haben wollen. Und das wird großartig!"
Auch wenn die Kritiker und andere "Fachgelehrte" sich selbst bei dem Versuch, die Dub Pistols stilistisch einzuordnen, verdrehen und verknoten werden, sind Ashworth und Co. sicher, dass sie stets einen Schritt voraus bleiben werden, und jeden Versuch, ihre Musik mit Hilfe eines Oberbegriffs knebeln zu wollen als Herausforderung ansehen, erneut stilistischen Einschränkungen zu durchbrechen. Und wenn es sein muss, werden sie mit ein oder zwei Plattenspielern diese Grenzwälle einwerfen. Oder - um bei dem Vergleich mit der Gitarre zu bleiben - die Fender-Stratocaster in die Lautsprecher des Marshall-Verstärkers stopfen...

 

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LIVE ACTS
Amos (Sounds Of Subterrania)
Arrested Development (Edel) *
At The Farewell Party
Bauchklang (Klein) *
Bubble Beatz *
Buscemi (Labels) *
Cargo City *
Cats On Fire *
Chromeo (V2) *
Dan Deacon *
Daniel Johnston
!dELAdAP (Chat Chapeau)
De La Soul *
Gasmac Gilmore *
George Clinton *
Gooseflash *
Holiday Fun Club (SoS)
IAMX (Major Rec)
Ipunx
King Automatic *
King Khan & The Shrines (Hazelwood)
The King Khan & BBQ Show (In The Red)
Kosheen PA/DJ-Set (Universal) *
Lapko *
Leningrad Cowboys *
Mardi Gras.BB (Hazelwood)
Mezcaleros
Mo` Horizons (Agogo)
Mon Roe (Roasting House)
My Robot Friend (Soma) *
Pest (Ninja Tune)
Pop Levi (Counter) *
Public Enemy *
Racoon (PIAS)
Reverend's Revenge (Hazelwood)
Rummelsnuff *
Russkaja (Chat Chapeau)
Smokestack Lightnin (Emi) *
Stateless (!K7) *
The Blue Sinners (Motor Digital)
The Fashion *
The Great Bertholinis (Hazelwood)
The Heavy (Counter) *
The Lemonheads *
The Low Frequency in Stereo *
Toni L & Safarisounds (360°)
Underwater Sleeping Society *
Urban Delights (Unique)
Velveteen *


DJs
4 Hero (Talkin' Loud) *
Adam Freeland (Marine Parade) *
Alex Gopher (V2 Music) *
Andy Fletcher (Depeche Mode) *
Aphrodite (Urban Takeover)*
Birdy Nam Nam *
Buscemi (Labels) *
Commix (Metalheadz)
Cyantific (Hospital) *
Dani Siciliano (!K7) *
Danny Byrd (Hospital) *
DJ Cam (Columbia) *
DJ Jazzy Jeff (Various) *
DJ Krush (Sony) *
DJ Marky (Brazil) *
DJ Patife (Brazil)*
DJ Premier (Gang Starr)*
Dub Pistols (Distinctive) *
Dunkelbunt *
Etienne de Crecy (V2) *
Freddy Fresh (Sony) *
Gilles Peterson (Talkin` Loud) *
Goldie (Metalheadz) *
Gooseflash *
Guns´n´Bombs (Kitsune Maison) *
Hacienda (Ministry Of Sound)
Hexstatic (Ninja Tune) *
High Contrast (Hospital) *
Julie Marghilano
Kenny "Dope" Gonzales (MAW) *
Knee Deep (Clubstar)
Kosheen DJs (Universal) *
Llorca (Fcom/Pias) *
Logistics (Hospital) *
"Little" Louie Vega (MAW) *
London Elektricity (Hospital) *
Louis Osbourne (Kingdom Come)
Martin L. Gore (Depeche Mode) *
Masters At Work (MAW) *
Michael Rütten (Compost)
Mickey Finn (Urban Takeover) *
Miguel Migs (Naked Music) *
Mo` Horizons (Agogo)
My Robot Friend (Soma) *
Nu:Tone (Hospital) *
Paco de la Cruz (Brazilectro)
Peter Hook (New Order/Joy Division) *
Plump DJs (Finger Licking) *
Shy FX (Digital Soundboy) *
Smith & Mighty (!K7)
Syncopix (Hospital)
Talvin Singh *
The Buttbrothers
The Freestylers DJs *
The Happy Mondays DJs *
Tomahawk (Hospital)
zero dB (Ninja Tune)*

MCs
J.MC
MC Tali (Full Cycle) *
MC Wrec (Hospital) *
Stamina MC *



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