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Spätestens seit den Chartcompilations „Brazilectro“
und „Afrotronic“ wurde in Deutschland auch ein
größeres Publikum auf Paco de la Cruz aufmerksam.
Dabei ist er in der Latin- und Afro-beeinflußten NuHouse-Szene
schon lange kein Unbekannter mehr. Immerhin hat er den Brazil-Sound
mit seiner legendären Mix-Tape Reihe „Batida Differente“
(benannt nach dem alten Sergio Mendez Klassiker) seit 1996
entscheidend mitgeprägt und quasi revolutioniert.
Von seinen Roots ausgehend hat Paco de la Cruz schon frühzeitig
mit traditionellen Themen und Sounds experimentiert und die
Brücke von modernem Clubfeeling zu den organischen Rhythmen
von Salsa, Calypso und Samba geschlagen. Seine frühen
Veröffentlichungen gelten im Spanisch-Portugisisch-sprechenden
Raum als Begründung einer neuen musikalischen Richtung
mit hohem Crossover- und Pop-Potential.
Der heute 34jährige Südamerikaner startete 1990
seine DJ-Aktivitäten als lokaler Radio-DJ. Nach seinem
Umzug im Jahre 1994 nach Dublin/Irland galt Paco de la Cruz´
Interesse zunächst Jungle. Unter den Namen „Paco“
und „The mad Pharmer“ war er ab 1994 Resident-DJ
im „POD“, einem der bekanntesten und besten Dubliner
Clubs. In den abgefeierten Freitag-Sessions, die von Paco
de la Cruz gehostet wurden und bei denen er selbst auch stets
zur Peaktime auflegte, rockte er das Haus zusammen mit Kollegen,
die damals schon die Speerspitze der englischen Jungle-Szene
bildeten (u.a. Grooverider, Fabio, Shut Up and Dance) und
hat schon früh mit führenden UK MCs wie z.B. Ragga
Twins und MC Navigator zusammengearbeitet. Heute, selbst Jahre
noch nach der Beendingung der Freitags-Sessions, sprechen
die Leute in Dublin von dem legendären Clubabend. Schon
damals hat man den südamerikanischen Einfluß in
seinen Sets durchscheinen sehen bzw. hören können
und die tiefverwurzelte Liebe zu abwechslungsreichen und innovativen
Rhythmen ließ sich zu keinem Zeitpunkt von Paco de la
Cruz´ Karriere verleugnen.
Jungle entwickelte sich zu Drum`n`Bass und Paco de la Cruz
verfolgte und vertiefte das Geschehen. 1995 kam Paco de la
Cruz als DJ und Programmgestalter zum Quadrafonic Club, was
ihm die Chance gab überall in Irland und UK zu spielen
- zusammen mit Acts wie Goldie, Peshay oder auch A guy called
Gerald.
Der Latin-Einfluß war und ist omnipräsent in Paco
de la Cruz` Sets und auch bei weltweiten Gigs mit Kollegen
wie z.B. LTJ Bukem, Gilles Peterson, Rob Playford, EZ Rollers
oder 4Hero etc. hat Paco stets sein Publikum und Produzenten/DJs
durch seine Bandbreite als DJ, sein musikalisches Wissen und
seine atemberaubende Plattensammlung beeindruckt und natürlich
auch inspiriert.
Um 1997 setzte eine leichte Stagnation in der Szene ein und
Paco de la Cruz orientierte sich etwas gelangweilt von den
fehlenden Impulsen im Jungle/Drum`n`Bass um und entdeckte
seine alte Liebe zu Deep Fried Disco und Garage-House wieder
aufs Neue. Natürlich läßt es sich Paco auch
hier nicht nehmen, den treibenden 4/4-Beat mit aufregenden
Percussionloops, synkopischen Rhythmus-Sprenklern und bekannten
Themen zu verfeinern und aufzupeppen. Bald kristallisiert
sich ein uniquer Stil aus Funk, Disco und Deep House mit Afro-
und Latin-Elementen heraus. Schon frühzeitig hat Paco
de la Cruz geanu die Promos der Labels gespielt und etabliert,
die heute unter der Richtung „Brazilectro“ oder
„Afrotronic“ laufen.
Ende 1998 bricht Pace de la Cruz auf, um nach ausgedehnten
Indonesien-Reisen zwei Jahre in Bali und Lombok zu leben.
Auch hier setzt er seine DJ-Karriere fort und residiert im
anerkannten Café Luna und im KK, zwei der besten balinesischen
Clubs. Auch hier war Paco de la Cruz stets der musikalische
Exot unter den Club-DJs, der aber nach kurzer Zeit innerhalb
und außerhalb der Szene sehr beliebt geworden ist und
als einer der meistgebuchtesten DJs seine Spuren auf der Insel
hinterlassen hat.
2000 zieht Paco de la Cruz der Liebe wegen nach Barcelona.
Die Stadt bietet dem Mann von Welt gänzlich neue Inspiration,
und natürlich kann der umtriebige DJs es nicht lassen,
der Stadt und natürlich auch dem Land seinen musikalischen
Stempel aufzudrücken.
Neben verschiedenen Residencies in Barcelona (La Terrrazza,
La Paloma, Metropol, Salsitas) auf Ibiza und Madrid und Gastspielen
mit House- und Breakbeatgrößen wie z.B. Miguel
Migs, Rasoul, Nigel Hayes, DJ Deep, Junior Sanchez, Angel
Moraes, Aquanote und Rocky unterschrieb er 1999 bei dem jungen
deutschen Label Audiopharm (www.audiopharm.com), mit dem er
gemeinsam an neuen Konzepten arbeitet, mit dem Ziel die Richtung
Electro Jazz bzw. NuHouse voranzubringen.
2000 erschien der erfolgreiche Start der bekannten „Brasilectro“-Serie
(Latin flavoured Clubtunes), die weltweit beachtet wurde und
eine entsprechende Verbreitung fand. Schon ist der neue Musik-Therminus
„Brasilectro“ geboren und wird von Medien und
Publikum dankbar angenommen. Paco de la Cruz kann seine musikalische
und Bandbreite auf dieser wegweisenden Kopplung manifestieren.
Ein halbes Jahr später wurde „Afrotronic“
veröffentlicht, ebenfalls eine Crossover-Dancerfloor-Kopplung.
Ethnobeeinflußte Clubtracks eroberten derweil die Clubs
weltweit und unterstützt durch den globalen Hype geriet
„Afrotronic“ zur führenden Club-Compliation
im Afro-Bereich.
Kurz darauf folgte „Brasilectro II“, die ebenfalls
wie „Afrotronic“ in verschiedenen Ländern
die Compilation-Charts stürmte und mit beachtlichen Verkaufszahlen
den Erfolg des von Paco de la Cruz´ entwickelten Konzeptes
unterstreicht.
Paco de la Cruz führt seine musikalische Mission in den
Clubs dieser Erde fort, nimmermüde das dürstende
Publikum mit aufregenden DJ-Sets und brillanten Album-Compilations
zu verwöhnen. Und er wird nicht so schnell nicht aufhören,
denn Musik ist die größte Leidenschaft in seinem
Leben.
„Mein Motto bei allen musikalischen Entwicklungen ist
immer ‚Music first‘! Und wenn das nebenbei auch
noch in die Charts führt und den Leuten gute Musik näher
bringt – um so besser! Die Musik kommt vom Herzen und
ist für die Leute bestimmt!“
Paco de la Cruz, Barcelona/Spanien, März 2000
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